Gegen das Vergessen – Erinnern mit Kunst

Wie kann man an Menschen erinnern, deren Leben vor vielen Jahrzehnten durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft zerstört wurde? Und wie kann Erinnerung auch für junge Menschen greifbar werden?

Mit diesen Fragen setzte sich die Klasse 6b der Thomas-Müntzer-Schule im Rahmen des zweitägigen Kunst- und Erinnerungsprojekts „Gegen das Vergessen“ auseinander. Im Mittelpunkt standen die Menschen, die während der NS-Zeit als Häftlinge in das ehemalige KZ-Außenlager in Mühlhausen gebracht wurden. Begleitet wurde die Klasse von der Historikerin Monika Urbich und dem diplomierten freischaffenden Künstler Robert Elias Wachholz von der Weimarer Mal- und Zeichenschule.

Die Schülerinnen und Schüler lernten mehr über deren Schicksale und setzten sich anschließend auf künstlerische Weise mit dem Thema Erinnerung auseinander.

Wünsche, die weiterleben
Am ersten Projekttag arbeiteten die Schülerinnen und Schüler mit Ton. Dabei stellten sie sich die Frage, welche Wünsche die Menschen, die im KZ-Außenlager inhaftiert waren, trotz ihrer schweren Lebenssituation gehabt haben könnten.

Gedanken an Freiheit, Familie, Frieden, Sicherheit und ein Leben in Würde wurden auf unterschiedliche Weise in Ton gestaltet, anschließend mit Samen versehen und auf einem Beet im Schulhof platziert.

Die Samen haben dabei eine besondere symbolische Bedeutung: Sie stehen für Leben, Hoffnung und eine Erinnerung, die weiterlebt.

Erinnern mit Cyanotypie
Am zweiten Projekttag lernten die Schülerinnen und Schüler die Technik der Cyanotypie kennen. Bei diesem historischen fotografischen Verfahren entstanden individuelle Bilder, die sich ebenfalls mit dem Gedenken an die Opfer auseinandersetzten.

Dabei wurde erfahrbar, wie sich historische Inhalte durch künstlerische Mittel ausdrücken lassen – aus Geschichte wurden persönliche Bilder und Zeichen der Erinnerung.

Gemeinsam gegen das Vergessen
Die beiden Projekttage verbanden historisches Lernen, Erinnerungsarbeit und Kunst auf besondere Weise. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich dabei nicht nur mit der Geschichte auseinandersetzen, sondern den Menschen hinter den historischen Ereignissen begegnen – mit ihren Wünschen, Hoffnungen und Lebensgeschichten.

Die entstandenen Werke sind Ausdruck dieser persönlichen Auseinandersetzung und zugleich Zeichen des Erinnerns. Denn gegen das Vergessen bedeutet, die Geschichten dieser Menschen weiterzutragen und ihnen einen Platz in unserer Erinnerung zu geben.

Ein herzlicher Dank gilt Monika Urbich für die historische Begleitung sowie Robert Elias Wachholz für die künstlerische Anleitung und die gemeinsame Gestaltung dieses besonderen Projekts.

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Gajane Tokmadschjan
-Klassenleiterin der Klasse 6b-